In einem kürzlich im Guardian abgedruckten Beitrag erinnert der New Yorker Ökonom Nouriel Roubini, der schon den letzten Crash von 2008 vorhergesagt hatte, daran, dass die erneut herannahende ökonomische Krise nicht isoliert kommt. Er sieht sie zusammen mit Klimawandel, Rückgang der Fischbestände infolge Meeresübersäuerung und dergleichen mehr als Teil eines komplexen Krisengeschehens 

Der amerikanische Historiker und Russland-Experte Paul Josephson bleibt nicht dabei stehen und ist systematischer. In seinen Büchern über Industrialized Nature: Brute Force Technology and the Transformation of the Natural World und Would Trotsky Wear a Bluetooth? thematisiert er einige der aktuellen aus Umweltzerstörungen resultierenden Krisen und reflektiert vor allem ihren Grund: Die „brute force technologies“. Ausgehend vom technologischen Angriff tayloristisch/fordistischer Organisation von Arbeit und tendenziell allen Lebensvollzügen als ihrem Kern verfolgt er die geballte Gewalt ihrer Innovationsoffensive in die Verwüstungen der Gesellschaften, Landschaften und Biosphäre im Wege der technologisch systematisch betriebenen Zugriffe durch Landwirtschafts-, Energie-, Verkehrs, Sozial-, Gesundheits-,.Infrastruktur- Siedlungs-, und Wohnungspolitik etc. Das in mehreren Ländern, von den USA über Brasilien bis in die SU. Als Kernbeispiel dienen ihm die großen hydroelektrischen Projekte der Flüsse in Columbia und Tennessee, der Wolga und des Dnjepr. Mit ihren Folgestrategien in die sozialen Zerstörungen und ökologischen Verwüstungen hinein. Sie gehörten zu den gigantischen Strukturen, die die technologischen Rationalisierungsformen von Massenproduktion und –konsum der fordistischen Epoche ebenso ermöglichten wie erforderten. Die unternehmerischen Akteure gewannen die national erlösten Profitströme aus dem Prozess dieser Zerstörung. In ihrer Gesamtheit waren sie Inhalt und Inbegriff der fordistische Epoche, deren Umbruch zu einer neuen Offensive wir gerade erleben. Und darum gehören sie auch zusammen.

Das gilt auch für die Krisen, in die diese brutale Gewalt heute mündet. Umweltkatastrophen, Klimakatastrophen, Katastrophen aus der landwirtschaftlichen Massenproduktion (resistente Keime, die sogar als noch verheerender eingeschätzt wird, als die Klimakatastrophe, Pestizidfolgen etc.) und Katastrophen, die noch gar nicht alle aufgebrochen sind. Und, last not least, die Krise der Lebensverhältnisse, die in den Migrationsbewegungen resultieren und die Wohnungskatastrophe als Produkt der alten ebenso wie der neuen Innovationsoffensive. 

Sie alle gehören zusammen, als Ausdruck derselben fundamentalen Krise der Lebensverhältnisse. Darum darf auch der Widerstand sie nicht voneinander trennen und sich dadurch schwächen.